Zwischen komplex und einfach:
Technologie smart gestalten.

Gerne wird das Internet der Dinge als „Next big Thing“ bezeichnet. Was groß klingt, stellt sich für viele IT-Verantwortliche als Herkulesaufgabe dar: So schätzt man, dass bis zum Jahr 2020 50 Milliarden Geräte mit dem Internet verbunden sein werden: Vernetzte Fertigungsanlagen, intelligente Prozessketten, neue Serviceangebote: All das gilt es zu konzipieren, zu managen und abzusichern. Wie wird smarte Technologie möglich? Kann Komplexität reduziert werden? Worauf müssen Unternehmen und Verantwortliche achten, um IoT auch technologisch geschäftsfähig zu machen?

Es gilt, viele Barrieren zu überwinden – auch in den Köpfen. Zeit für eine Erörterung.

IoT im Kontext der Big Data.

„Das Sammeln von Daten allein reicht nicht – wichtig ist auch, zu wissen, was man mit ihnen machen kann.“
„Digitalisierung“ und „4.0“ bedeuten, dass alles – nicht nur IoT-Schnittstellen erhält und Daten liefert. Hier wird unser Fokusthema IoT nun in einen viel größeren Kontext gesetzt. Wichtig ist, dass diese Daten als betriebliches Asset wahrgenommen und ein Teil der betrieblichen Strategie in jeder Branche werden.

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Es herrscht ein globales, exponentielles Datenwachstum, das viele neue Möglichkeiten und technische Anforderungen mit sich bringt. Nicht nur die gestiegene Datenmenge, sondern auch viele verschiedene Arten von Daten und deren steigende Geschwindigkeit werden charakteristisch im 3V-Modell (Volume, Velocity, Variety) beschrieben und bilden den Technologietrend „Big Data“.

Mit neuen Tools und Algorithmen wird hier für die Optimierung im Unternehmen Wert geschöpft, denn Menschen sind oft nicht mehr in der Lage die Big Data zu verarbeiten.

Wo kommen die Daten her?

Erst der Zusammenschluss vieler Datenquellen sorgt für den zukunftssicheren Vorsprung. Dabei sind die Daten, die ohnehin schon im Ökosystem der Unternehmen verwendet werden, ein sehr wichtiges unternehmerisches Asset. Hier die Kontrolle und Transparenz zu haben, ist schon viel wert. Allerdings kann für jedes Unternehmen auch noch aus anderen Quellen für zusätzliche Erkenntnisse angereichert werden. Dabei ist eine Vielzahl von öffentlich verfügbaren Daten denkbar, oder auch Vernetzungen mit Partnern über eine gesamte Wertschöpfungskette bzw. neu entstehende Datenmarktplätze hinweg.

Big Data, IoT und Analytics müssen Hand in Hand im Unternehmen wachsen, um zum Ziel der Digitalisierung zu gelangen: datenbasierte Optimierungen und Predictive Analytics. IoT ist der wichtigste Faktor, um Transparenz im eigenen Unternehmen zu schaffen. Diese Transparenz wird im Wechselspiel mit offenen Daten und Daten vom Markt wertvoller für das Unternehmen – vorausgesetzt, die Analyse der Daten funktioniert.

Hier wird deutlich, dass die Bereiche IoT, Big Data und Analytics mit steigender Reife zusammenwachsen müssen. Stufen 4 und 5 in diesem Schaubild sind nicht erreichbar, wenn kein harmonisiertes Zusammenspiel stattfindet. Diese Stufen bilden aber gleichzeitig die Vision bzw. das Ziel der Digitalisierung. Google stellt eindrucksvoll unter Beweis, welchen Wert Unternehmen haben, wenn sie diese technologischen Reifegrade erreichen.

Worauf muss geachtet werden, wenn eine zukunftssichere Datenplattform geschaffen wird?

  • Daten und deren Wert für das Unternehmen müssen verstanden werden
  • Passende Big Data Technologien (aktuelle Datenbanken und Frameworks) müssen ausgewählt werden
  • Angemessenes Data Mining muss betrieben werden
    > Eine gute Datenbasis erzeugen
  • Datenanalysen müssen stetig weiterentwickelt werden und im Dialog mit den Unternehmensentscheidungen wachsen
  • Statistische Methoden müssen gefunden werden, um geschäftliche Szenarien und deren Wahrscheinlichkeiten zu identifizieren
  • Daten müssen geschickt modelliert werden, um ein hohes Maß an Kontrolle zu behalten
  • Algorithmen, für datengetriebene Problemlösungen müssen gefunden werden
  • Maschinen müssen angelernt werden für zukünftige automatisierte Entscheidungen

Ihr Ansprechpartner:
Manuel Achterberg   
Senior Consultant
iot(@)no-spam.cassini.de 

Der Einstieg in die smarte Welt: Auswahl der richtigen IoT-Plattform.

Um ins Internet der Dinge einzusteigen, ist die IoT-Plattform von zentraler Bedeutung. Sie vernetzt übergreifend Maschinen und Geräte und macht so smarte Kommunikation erst möglich. Doch der Markt ist unübersichtlich und die Anforderungen der Stakeholder im Unternehmen driften nicht selten auseinander. Dabei gibt es objektive Bewertungskriterien, die die Entscheidung in die richtige Richtung bringen. Ein Beitrag von Jörg Elzer.

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Vertreter aller Branchen sind sich einig: Das Internet der Dinge ist eines der wichtigsten Zukunftsthemen der nächsten Jahre. Hat das Unternehmen den Trend erst mal erkannt, folgt der nächste Schritt: den Trend für sich zu nutzen. Der Anstoß zur Investition kommt nicht selten außerhalb der IT. So verspricht sich das Marketing höhere Absätze durch smarte Produkte. Produktions- oder Logistikabteilungen wiederum sehen das Optimierungspotential auf Basis der Daten vernetzter Systeme. Doch diese meist fachlich getriebene Entscheidung stellt das Unternehmen vor eine große technische Herausforderung. Professionelle IoT-Lösungen bauen in der Regel auf IoT-Plattformen auf. Die Verantwortlichen auf  Fachseite und in der IT stehen also vor der großen Frage: Auf welcher IoT-Plattform bauen wir auf? 

Was sind IoT-Plattformen und wozu können sie genutzt werden?
Während einige vernetzte Geräte direkt miteinander kommunizieren können, ist für den überwiegenden Teil der IoT-Lösungen eine zentrale Plattform erforderlich.
IoT-Plattformen dienen dazu, eine Vielzahl unterschiedlicher Geräte zentral zu verwalten und miteinander zu verbinden. Meist bieten diese Plattformen auch Schnittstellen zu Datenbanken sowie Drittsystemen und stellen Workflow Engines zur Verfügung. Damit sind sie das wichtigste Bindeglied, um Geräte zu vernetzen, zu warten, zu steuern und deren Daten auszuwerten – kurz: um die Möglichkeiten von IoT für sich zu erschließen. 

Auswahl der IoT-Plattform: Mit der richtigen Entscheidung die Weichen stellen.
Der Markt im Bereich der IoT-Plattformen ist derzeit noch stark fragmentiert. Nach einem verbindlichen Standard sucht man vergebens. Dabei hat die Entscheidung für eine Plattform langfristige Folgen. Als Herzstück der smarten Lösung soll sie den Anforderungen über Jahre hinweg gerecht werden. Die Wahl der IoT-Plattform ist also eine grundlegende architekturelle Entscheidung. Umso wichtiger ist es, einige elementare Kriterien und Fragestellungen bei der Auswahl der Plattform zu berücksichtigen.

Die Bewertungsmatrix: Erster Schritt zur objektiven Bewertung einer IoT-Plattform.
Um die unterschiedlichen Anbieter miteinander vergleichen zu können – und divergierende Vorstellungen zusammenzuführen – eignet sich die gemeinsame Erstellung einer Bewertungsmatrix. Hier werden Kategorien der Entscheidung zunächst definiert, dann priorisiert. Auf dieser Basis können Stärken und Schwächen der verschiedenen Plattformen und Anbieter pro Anwendungsfall objektiver bewertet werden.

Kriterium Gewichtung Plattform A Plattform B Plattform C
Technologie
Unterstützung relevanter Protokolle ­(MQTT, CoAP, ...) 70% 3 3 1
Sicherheit
Ende-zu-Ende Verschlüsselte Datenübertragung 40% 3 0 3
Datenverschlüsselung 20% 3 2 2
Nutzerverwaltung 10% 1 3 3
Zertifikatsverwaltung 30% 0 2 3
Unterstützung durch den Hersteller bei Sicherheitsproblemen 60% 1 0 2
Datenverarbeitung
Predictive Data Funktionen 15% 0 2 3
Datendiagnose Funktionen 25% 2 1 2
GEWICHTETE SUMME 5,1 3,95 5,65

Die Bewertungsmatrix: Beispielhafte Kriterien im Detail.

  • Technologie
    • Unterstützte Protokolle (MQTT, CoAP, ...)
    • Unterstützte Standards
    • Datenbanken
    • Plattform Entwicklungs-Roadmap
    • Marktanteil
  • Sicherheit
    • Ende-zu-Ende Verschlüsselung der Kommunikationsstrecke
    • Verschlüsselung der Daten
    • Zertifikatsverwaltung
    • Unterstützung durch den Hersteller bei Sicherheitsproblemen
    • Nutzerverwaltung
    • Zugriffsrechte / Rolllen- und Rechtekonzept
    • Zertifizierungen (z.B.  ISO27001)
  • Rechtliche Rahmenbedingungen & Compliance
    • Auditierungsmöglichkeiten
    • Serverstandorte
    • Datenschutzbestimmungen
  • Skalierbarkeit
    • Anzahl unterstützter Devices
    • Internationale oder globale Skalierung
  • Funktionalität
    • Rules Engine
    • Datenverarbeitung
    • Datenanalyse
    • Datenvisualisierung
  • Lizenz und Betriebsmodelle
    • Proprietär oder OpenSource
    • Cloud oder On Premise
  • Entwicklung / Erweiterbarkeit
    • Programmiersprache
    • SDKs
    • Verfügbarkeit von APIs
    • Verfügbarkeit von Beispiel-Implementierungen
    • Entwickler Communities
    • Professioneller Support
    • Professional Services

Darüber hinaus sind auch die projektspezifischen Anforderungen nicht zu vernachlässigen. Es sollte auch abgewägt werden, welche Funktionen bereits out-of-the-box von der Plattform zur Verfügung gestellt werden können und welche gegebenenfalls durch einfache Erweiterungen bzw. Customizing realisierbar sind. Wohl gemerkt: Bei den genannten Kategorien und Fragestellungen handelt es sich nur um generelle Beispiele. Sie bieten jedoch bereits eine gute Basis für die Erarbeitung individueller Bewertungskriterien und helfen dabei, eine fundierte Entscheidung zu treffen – im engen Austausch der Beteiligten.

Das A und O der IoT-Plattform: Langfristigkeit und Nachhaltigkeit.
Wer als Entscheider vor der Frage steht, welche IoT-Plattform die beste ist, sollte sich also bewusst sein, dass die Entscheidung weitreichende und langfristige Folgen haben kann. Man sollte sich daher nicht auf die blumigen Sales-Versprechen der Plattformanbieter oder Implementierungspartner verlassen. Nur eine neutrale und unabhängige Evaluierung anhand objektiver Bewertungskriterien und bewährter Methoden minimiert das Risiko einer Fehlentscheidung. Insbesondere in einem Markt, in dem die Suche nach Standards und Marktführern noch im vollen Gange ist, kann so sichergestellt werden, dass die Auswahl der IoT-Plattform aufgrund der Eignung und nicht aufgrund von Bauchgefühl und Versprechungen erfolgt und somit nachhaltig tragfähig ist.

Ihr Ansprechpartner:
Jörg Elzer
Senior Consultant
iot(@)no-spam.cassini.de 

Mit Cassini im Dialog: Agile Entwicklung von IoT-Devices.
Webinar-Mitschnitt vom 17. April 2018

IoT Projekte sind anders als die üblichen Web-Projekte. Denn neben der Implementierung von Back-End-Systemen sind häufig auch echte Geräte zu entwickeln. Zudem sind Änderungen an Hardware in der Regel aufwendiger als dies bei Software ist. Daher spielt bei IoT-Projekten die Umsetzung von Hardware eine maßgebliche Rolle. Um dennoch schnell zu Ergebnissen zu kommen und flexibel auf Innovationen reagieren zu können, ist es sinnvoll, die Erfahrungen aus der agilen Entwicklung des Internets auch im Embedded-Bereich zu nutzen. Wie? Das erfahren Sie im Webinar von Stephan Dufhues und Jörg Elzer.

Sie interessieren sich auch für Conversational Interfaces? Besuchen Sie unsere Rückschau auf die Webinar-Reihe – über Künstliche Intelligenz und die gesprochene Business Revolution.